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Kreuzquoten und unabhängige Quoten

Nachfolgend wird anhand einer beispielhaften Ausgangslage aufgezeigt, wie man eine entsprechende Umfrage einmal mit unabhängigen Quoten (non-interlocked) und einmal mit Kreuzquoten (interlocked) aufsetzen kann.


1.1 Ausgangslage

Es sollen 600 ältere Smartphone-Nutzer befragt werden. Dabei sollen jeweils zur Hälfte Frauen und Männer und je zu einem Drittel 50-59jährige, 60-69jährige und mindestens 70jährige Personen an der Umfrage teilnehmen.

1.2 Umfrage-Screener

Die Informationen, die für das Quota Management relevant sind, müssen zunächst (am Anfang der Umfrage) in einem sog. Screener abgefragt werden. Für unser Beispiel benötigen wir drei Fragen zum Geschlecht, zum Lebensalter und zur Smartphone-Nutzung der befragten Person, die als erste drei Fragen im Fragebogen angelegt werden.

Der Quotencheck erfolgt automatisch, in dem Moment, wo alle relevanten Informationen für den Teilnehmer vorliegen, also nachdem die letzte Screening-Frage beantwortet wurde.

1.3 Variante unabhängige Quoten (non-interlocked)

Bei der Variante unabhängige Quoten wird für jede Teilgruppe der Befragten eine eigene Quote definiert. In unserem Beispiel sollen 300 Männer, 300 Frauen, 200 50-59jährige, 200 60-69jährige sowie 200 mindestens 70jährige befragt werden. In Survalyzer legt man die Quoten wie folgt an.

1.3.1 Screenout in der Variante unabhängige Quoten

Die Ausgangslage beschreibt, welche Personen befragt werden sollen. Somit weiss man auch, welche Personen nicht befragt werden sollen. In unserem Beispiel sind dies die Nichtnutzer von Smartphones und Personen jünger als 50 Jahre. Um genau diese Teilnehmer von der Umfrage auszuschliessen, geben wir ihnen den Status "Screenout" und leiten sie aus dem Fragebogen hinaus auf eine eigens für den Screenout erstellte Internetseite.

Bei unabhängigen Quoten kann der einzelne Teilnehmer auf mehrere oder auch nur auf eine einzige Quote passen. Deshalb kann der Screenout nicht direkt mit den Quoten verknüpft werden. Bei unabhängigen Quoten muss der Screenout innerhalb des Fragebogens definiert werden. Das geschieht z.B. mit einer Weiterleitung direkt nach der letzten Screener-Frage.

Die Screenout-Bedingung wird als Filter bei der Weiterleitung eingestellt. In unserem Beispiel wird die Weiterleitung angezeigt (bzw. ausgeführt), wenn bei der Smartphone-Nutzung die Antwort "ja" nicht ausgewählt wurde oder das Lebensalter kleiner 50 Jahre ist.

1.3.2 Quota Überblick in der Variante unabhängige Quoten

Auf der Seite "Erstellen" sieht man rechts bei den Einstellungen des Fragebogens unten den Quoten-Überblick. Dieser sieht zu Beginn der Umfrage wie folgt aus.


Da wir unabhängige Quoten auf insgesamt zwei verschiedene Fragen gesetzt haben, werden nicht 600 sondern 1200 Teilnehmer als Basis angezeigt (= Summe aller Einzelquoten). Wenn ein Teilnehmer - z.B. eine 65jährige Smartphone-Nutzerin - den Fragebogen ausgefüllt hat, werden alle Quoten, auf die der Teilnehmer passt, um 1 erhöht, also sowohl die Quote bei "Geschlecht weiblich" als auch die Quote bei "Lebensalter 60-69 Jahre". Auch der Teilnehmer zählt dann doppelt.

1.3.3 Unterschied der beiden "Quote voll" Optionen in der Variante unabhängige Quoten

Wenn man Quoten definiert, kann man bei "Quote voll" die Option "Wenn irgendeine Quote, auf die der Teilnehmer passt, voll ist, markiere das Interview als Quote voll" auswählen. Diese Option sorgt dafür, dass z.B. nachdem 300 Frauen geantwortet haben, keine weitere Frau mehr teilnehmen kann, auch dann nicht, wenn die entsprechende Lebensalter-Quote noch nicht voll ist. Am Ende, wenn alle Quoten voll sind, werden genau 600 Teilnehmer die Umfrage ausgefüllt haben.

Wählt man hingegen bei "Quote voll" die Option "Wenn alle Quoten, auf die der Teilnehmer passt, voll sind, markiere das Interview als Quote voll" aus, dann können auch weitere Frauen an der Umfrage teilnehmen, nachdem bereits 300 Frauen teilgenommen haben, vorausgesetzt, die entsprechende Lebensalter-Quote ist noch nicht voll. Am Ende, wenn alle Quoten voll sind, können deutlich mehr als 600 Teilnehmer (nicht jedoch mehr als 1200 Teilnehmer) die Umfrage ausgefüllt haben.

 1.4 Variante Kreuzquoten (interlocked)

Bei der Variante Kreuzquoten werden alle Quotenmerkmale miteinander kombiniert (=gekreuzt), sodass jeder Teilnehmer maximal in genau eine Quote passen kann. In unserem Beispiel werden die Quotenmerkmale Geschlecht und Lebensalter gekreuzt. 2 Geschlechter multipliziert mit 3 Altersklassen ergibt insgesamt 6 Kombinationen, also 6 anzulegende Quoten. Zusätzlich zu Geschlecht und Lebensalter wird noch die Smartphone-Nutzung in die Quoten aufgenommen, wobei in unserem Beispiel nur die Nutzung zählt (nur eine Ausprägung) und deshalb die Anzahl der Quoten unverändert bei 6 bleibt. In Survalyzer legt man die Quoten wie folgt an.



1.4.1 Screenout in der Variante Kreuzquoten

Wenn man alle Screenout-Kriterien (in unserem Beispiel Smartphone-Nutzung und Lebensalter) in den Kreuzquoten integriert hat, dann bedeutet Screenout, dass der Teilnehmer in keine einzige Quote passt. Würde man nicht alle Screenout-Kriterien in die Kreuzquoten integrieren, dann müsste - wie für die Variante unabhängige Quoten beschrieben - der Screenout innerhalb des Fragebogens erfolgen (für die, in den Kreuzquoten nicht integrierten Screenout-Kriterien).

1.4.2 Quota Überblick in der Variante Kreuzquoten

Der Quoten-Überblick auf der Seite "Erstellen" rechts unten zeigt als Basis genau 600 Teilnehmer an.

Da jeder Teilnehmer nur auf maximal eine Quote passen kann, ist die Summe aller Quoten 600, und jedes beendete Interview wird den Zähler von genau einer Quote um 1 erhöhen. Am Ende, wenn alle Quoten voll sind, werden genau 600 Teilnehmer die Umfrage ausgefüllt haben.

1.4.3. Unterschied der beiden "Quote voll" Optionen in der Variante Kreuzquoten

Da jeder Teilnehmer nur auf maximal eine gekreuzte Quote passen kann, werden beide Optionen bei "Quote voll" auf dieselbe Weise reagieren: "Irgendeine Quote ist voll" bedeutet in der Variante Kreuzquoten gleichzeitig "alle Quoten sind voll".